Veränderung beginnt im Kopf: Neues wagen mit Mentalcoaching
- Birgit Doeubler
- 27. Jan.
- 5 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 6 Tagen
Veränderung beginnt selten mit einer äußeren Entscheidung. Sie beginnt mit einem inneren Konflikt: Ich halte es so nicht mehr aus – aber ich weiß nicht, wie es anders gehen soll. Genau an dieser Stelle setzt Mentalcoaching an. In diesem Artikel zeige ich dir anhand von drei anschaulichen Beispielen, was Mentalcoaching ist und wie ich mit Klientinnen in der Praxis arbeite.*

Was ist Mentalcoaching?
Veränderung entsteht nicht durch Druck, gutes Zureden oder schnelle Lösungen. Sie entsteht, wenn innere Klarheit da ist: Was will ich und wie komme ich dorthin? Mentalcoaching hilft dir dabei dein Ziel zu definieren, deinen Weg dorthin zu erkennen und mögliche Hindernisse zu bewältigen.
Mit anderen Worten: Mentalcoaching ist eine strukturierte, lösungsorientierte Beratung und Begleitung, die dich unterstützt
Gedanken zu ordnen
innere Blockaden sichtbar zu machen
emotionale Muster zu verstehen
handlungsfähig zu werden
Im Fokus steht dabei das Erkennen und Transformieren von Denkmustern, inneren Bilder, Bewertungen und unbewusste Überzeugungen (sog. Glaubenssätzen), die unser Handeln – oder Nicht-Handeln – steuern. Wie sieht Mentalcoaching nun konkret in der Beratungspraxis aus?
Neues wagen mit Mentalcoaching: Drei Praxisbeispiele
Fallbeispiel 1 - Berufliche Neuorientierung: Ich stecke fest, obwohl ich eigentlich mehr will!
Ausgangssituation Cornelia (48) ist seit vielen Jahren beruflich als Anwältin erfolgreich, fühlt sich aber innerlich ausgelaugt. Sie spürt deutlich: So möchte ich nicht bis zur Rente weitermachen! Der Wunsch nach einem anderen Job ist groß. Gleichzeitig kreisen ihn ihrem Kopf Gedanken wie: Ich kann doch jetzt nicht alles hinschmeißen! - Ich weiß ja gar nicht, was ich stattdessen will! - Andere wären froh über meinen Job! Mit Mentalcoaching möchte sie herausfinden ob es sich lohnt etwas Neus zu wagen.
Inhalte der Sitzung
1. Klärung statt Aktionismus In den ersten Sitzungen geht es nicht um schnelle Lösungen, sondern um Orientierung:
Was genau macht unzufrieden?
Welche Anteile wollen Sicherheit, welche Veränderung?
Wo entsteht innerer Druck?
Cornelia erkennt, dass sie sich seit Jahren gegen eigene Bedürfnisse stellt – und dass der Grund eine in ihr tief verankerte Angst vor Unsicherheit ist.
2. Arbeit mit inneren Bildern und Glaubenssätzen
Gemeinsam schauen wir auf innere Überzeugungen wie Ich darf nichts riskieren! oder Ich muss funktionieren! Die Sätze ruft sich Cornelia ins Bewusstsein, prüft sie und bewertet sie neu: Stimmt dieser Glaubenssatz noch für mich? Wenn nein - was muss passieren, damit ich ihn loslasse?
3. Zukunftsbilder erschaffen
Cornelia ist ein visueller Typ, der auf innere Bilder anspricht. Mithilfe von Imaginationsübungen stellt sie sich vor
wie ein stimmiger Arbeitsalltag aussehen könnte
welche Werte wirklich wichtig sind
was ein realistischer Übergang sein kann
Was Cornelia vor ihrem inneren Auge sieht, gestaltet sie auf einem Vision Board - mit Fotos, Karten, Zeitungsausschnitten. Das Vision Board platziert sie deutlich sichtbar in ihrer Wohnung.
Ergebnis
Cornelia trifft keine überstürzte Entscheidung, sondern gewinnt innere Sicherheit. Sie geht erste konkrete Schritte – aus Klarheit, nicht aus einem Fluchtimpuls heraus.
Fallbeispiel 2 - Beziehung und Abgrenzung: Ich halte alles zusammen, aber verliere mich selbst!
Ausgangssituation
Kathrin (52) lebt in einer langjährigen Partnerschaft. Nach außen wirkt alles stabil, innerlich fühlt sie sich leer und angespannt. Sie vermeidet Konflikte, übernimmt Verantwortung für die Stimmung des anderen – und zahlt mit innerer Erschöpfung. Ihr Körper signalisiert Kathrin bereits seit vielen Monaten: Ich kann nicht mehr! Aber soll sie wirklich aufbrechen, einen Neuanfang wagen - und dafür die Beziehung aufgeben?
Inhalte der Sitzung
1. Bewusstwerden der eigenen Rolle
Im Gespräch suchen wir Antworten auf folgende Kernfragen:
Wo übernimmt Kathrin zu viel?
Wo sagt sie innerlich Ja, obwohl sie Nein meint?
Welche Angst steckt hinter dem Bedürfnis nach Harmonie?
Klarheit darüber zu gewinnen, warum sie so und nicht anders handelt, wirkt auf Kathrin entlastend.
2. Arbeit mit inneren Grenzen
Gemeinsam üben wir
innere Stoppsignale wahrzunehmen
aufmerksam für die eigenen Gefühle zu werden
sich innerlich auf Gespräche vorzubereiten
Dies gelingt durch mentale Übungen, die helfen innere Stärke und Klarheit aufzubauen – bevor im Außen etwas verändert wird.
3. Mentale Vorbereitung zur Verbesserung zwischenmenschlicher Kommunikation
Kathrin übt sich innerlich klar zu positionieren:
Was will ich sagen?
Was ist verhandelbar, was nicht?
Wie bleibe ich bei mir, auch wenn der andere emotional reagiert?
Ergebnis
Kathrin tritt innerlich stabiler auf, kommuniziert klarer und fühlt sich nicht mehr ausgeliefert. Ob die Beziehung sich verändert oder endet, wird sich zeigen. Wichtig ist aber: Sie bleibt bei sich.
Fallbeispiel 3 - Jobwechsel und innere Unruhe: Ich habe ständig das Bedürfnis mehr leisten zu müssen!
Ausgangssituation
Anja (44) ist leistungsstark, verantwortungsvoll und sehr selbstkritisch. Die Gedanken kreisen von früh bis spät um das Thema Arbeit. Entspannung fällt schwer, der Körper ist dauerhaft unter Strom. Anja weiß: So geht es nicht weiter! Aber mal einen Gang zurückschalten und Fünfe gerade sein lassen - das sagt sich so leicht. Ob ein Jobwechsel mehr Leichtigkeit in ihr Leben bringt? Anja hofft, mit Mentalcoaching Antworten auf diese Frage zu finden.
Inhalte der Sitzung
1. Innere Antreiber verstehen
Warum fällt es Anja so schwer sich zu entspannen? Gemeinsam identifizieren wir:
innere Kritiker
Leistungs- und Perfektionsmuster
ihre unbewusste Ängste nicht zu genügen
Das Ziel des Mentalcoachings ist diese Anteile zu erkennen, zu verstehen und zu regulieren.
2. Verbindung von Kopf und Körper
Mentalcoaching arbeitet nicht nur kognitiv, sondern auch sensitiv. Wir trainieren
Körpersignale früher wahrzunehmen
gängige Anspannungsmuster zu erkennen
mit dem eigenen Körper bei inneren Konflikten zusammenzuarbeiten
Hierbei hilft ihr besonders die Verbindung aus Mentalcoaching, Focusing und klangbasierten Interventionen.
3. Aufbau eines neuen inneren Umgangs
Anja darf lernen, dass gut auch gut genug sein kann. Statt Selbstkritik entsteht
mehr Selbstfreundlichkeit
innere Ruhe
Entscheidungsfähigkeit
Ergebnis
Anja erkennt: Ein Jobwechsel allein reicht nicht, um sich weniger getrieben zu fühlen. Sie wird in Zukunft weiter an ihren inneren Überzeugungen arbeiten, neue Handlungsmuster einüben - und zur Ruhe kommen. Denn mentale Entspannung macht Veränderung leichter.
Fazit
Neues wagen mit Mentalcoaching: Damit Veränderung gelingt, braucht es einen geschützten, strukturierten Rahmen. Mentalcoaching hilft dir diesen Rahmen zu setzen: Es unterstützt dich dabei innezuhalten, deine Gedanken zu ordnen und wieder in Kontakt mit dem zu kommen, was dir wirklich wichtig ist. Denn erst wenn die innere Haltung sich ändert, kann sich auch das Außen ändern.
Die Praxisbeispiele zeigen deutlich: Unzufriedenheit, innere Unruhe oder Entscheidungskonflikte sind keine Schwäche, sondern Signale dafür, dass bisherige Denk- und Handlungsmuster nicht mehr tragen.
Die wichtigsten Wirkfaktoren von Mentalcoaching auf einen Blick
Klarheit statt Grübeln Gedanken werden sortiert, innere Konflikte benannt und handhabbar gemacht.
Bewusstwerden statt Funktionieren Eigene Bedürfnisse, Grenzen und Werte werden wieder wahrgenommen – ohne Schuldgefühle.
Innere Stabilität vor äußeren Entscheidungen Entscheidungen entstehen aus innerer Sicherheit, nicht aus Angst oder Druck.
Neue Handlungsspielräume Durch veränderte Perspektiven werden Möglichkeiten sichtbar, die zuvor blockiert waren.
Nachhaltige Veränderung Mentalcoaching setzt nicht auf kurzfristige Motivation, sondern auf tragfähige innere Ausrichtung.
Mentalcoaching bedeutet nicht, jemand anderes zu werden. Es bedeutet, sich selbst wieder ernst zu nehmen – im Denken, Fühlen und Handeln. Wer bereit ist, ehrlich hinzuschauen, legt damit den wichtigsten Grundstein für echte Veränderung.
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*Namen und Inhalte des Coachings wurden aus Datenschutzgründen geändert bzw. verfremdet.






